Unsere sexuelle Entwicklung dauert ein Leben lang an, wird jedoch bis heute nur in den seltensten Fällen unterstützt, begleitet und verstanden. Die moderne Sexualtherapie bietet vielfältige Möglichkeiten und Formen, um eine Sexualität zu erfahren, die es Wert ist, gewollt und gelebt zu werden.

Sexualität soll lustvoll sein und sich gut anfühlen. Verschiedene Faktoren wie etwa gesellschaftsbedingte Erwartungshaltungen und Leistungsdruck können dazu führen, dass die Lust zur Last wird. Die Sexualtherapie beschäftigt sich mit einem weiten Themenkreis wie etwa Lustlosigkeit und fehlendem sexuellen Begehren, Erektions- und/oder Orgasmusstörungen, Sexualität in Umbruchszeiten, Sexualität und Sucht sowie Sexualität und Moral. Durch einen persönlichen Entwicklungs- und Lernprozess, unterstützt durch Wahrnehmungs- und Körperübungen, führt eine erfolgreiche Sexualtherapie dazu, dass Sexualität nicht zur Belastung, sondern zu einer Quelle von Kraft und Lebensfreude wird.

Sexualtherapie kann sowohl  im Einzel- als auch Paarsetting stattfinden. Zunächst findet eine Standortbestimmung statt, bei der die Schwerpunkte und Therapieformen definiert werden. Ein zentraler Aspekt besteht darin, den Menschen mit all seinen sexuellen Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen zu sehen. Gutes und Zufriedenstellendes sollen gestärkt, Defizite und Entwicklungs­potential identifiziert, und eine gesunde, lustvolle Sexualität weiterentwickelt werden.