«Das Ziel jeder Psychotherapie ist eine Veränderung in der Lebensgestaltung des Patienten / der Patientin. In erster Linie wird eine Befreiung von oder zumindest eine Reduktion der beeinträchtigenden Symptomatik angestrebt.

Im Verlauf des psychotherapeutischen Prozesses setzt sich der Patient / die Patientin intensiv mit sich und den Faktoren auseinander, die das psychische Leiden verursachen. Dadurch eröffnen sich den Betroffenen neue Möglichkeiten im eigenen Handeln und Erleben. Erfolgreiche Psychotherapie führt zu einer tiefgreifenden Veränderung in der Lebensführung. Seelisches Leiden kann dadurch gemindert oder geheilt werden.

Psychotherapie bedeutet immer Arbeit an sich selbst. Der Psychotherapeut / die Psychotherapeutin steuert aufgrund seiner / ihrer Fachkompetenz den psychotherapeutischen Prozess – abgestimmt auf die individuelle Problemstellung und in enger Zusammenarbeit mit dem Patienten / der Patientin. Psychotherapie versteht sich als Anleitung zur Selbsthilfe, die den Patienten / die Patientin befähigt, kommende psychische Krisen besser und wenn möglich ohne professionelle Hilfe zu bewältigen. Die Wirksamkeit von Psychotherapie ist wissenschaftlich nachgewiesen und anerkannt.»1

Wie funktioniert Psychotherapie?

«Psychotherapie befähigt Menschen, ihr Leben selbstbestimmt in die Hand zu nehmen und Krisen mit der Zeit ohne professionelle Hilfe zu bewältigen.

Psychotherapeuten/-therapeutinnen arbeiten mit verschiedenen, wissenschaftlich anerkannten Methoden, die wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich sind. Die wichtigste Bedingung für eine gelingende Psychotherapie ist nach heutigem Forschungsstand eine gute und vertrauensvolle Beziehung zwischen dem Therapeuten/der Therapeutin und dem Patienten/der Patientin. Die genaue Art der Behandlungsmethode spielt eine wichtige, vergleichsweise jedoch zweitrangige Rolle.

Das zentrale Arbeitsinstrument bei einer Psychotherapie ist das Gespräch. Sämtliche Aspekte menschlichen Verhaltens und Erlebens sind Gegenstand einer Psychotherapie. Je nach psychotherapeutischer Methode kommen neben kognitiv ausgerichteten Verfahren auch erlebnisorientierte Ansätze wie die Arbeit mit Imaginationstechniken, Bewegung oder andere kreative Gestaltungsmittel zum Einsatz. Ein Psychotherapeut/eine Psychotherapeutin stimmt das Vorgehen auf die individuelle Problemstellung ab und erarbeitet mit dem Patienten/der Patientin massgeschneiderte Lösungen»1

Psychologische Psychotherapeuten

Eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind Psychologinnen/Psychologen und verfügen über ein Psychologiestudium mit Masterabschluss. Psychiater hingegen sind Ärzte und verfügen über ein Studium in Medizin. Beide müssen zusätzlich eine Psychotherapieausbildung absolvieren. Die Bezeichnung «Fachpsychologin/Fachpsychologe für Psychotherapie FSP» ist ein Gütesiegel für ein weiteres Gütesiegel für eine gute Psychotherapieausbildung und zwar nach den Standards des Berufsverbandes der FSP, der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (Dachorganisation der in der Schweiz tätigen Psychologinnen und Psychologen). Psychologinnen und Psychologen, welche diesen Titel tragen, sind immer auch eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und zudem Mitglieder der FSP. Die beiden obengenannten Titel (sowie auch der Titel Facharzt/Fachärztin für Psychotherapie) garantieren wissenschaftlich fundiertes Wissen und Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von psychischen Störungen.

1 Auszüge aus dem Text zur Psychotherapie auf der Website der FSP, Dachorganisation der in der Schweiz tätigen Psychologinnen und Psychologen. www.psychologie.ch