Das Fach Psychiatrie und Psychotherapie ist ein Teilgebiet der Medizin. Es befasst sich mit der Diagnostik, der Therapie und der Prävention sowie der wissenschaftlichen Erforschung psychischer Störungen und Erkrankungen.

Es wird ausgeübt durch Fachärzte mit dem gleichnamigen Weiterbildungstitel „Psychiatrie und Psychotherapie“. Ihr Tätigkeitsgebiet umfasst die Diagnostik und Behandlung aller psychischen Störungen unter Einsatz aller etablierten Behandlungsmethoden.

Struktur und Funktionsweise der Psyche sind eng verflochten mit der sozialen Umwelt und mit biologischen Prozessen im Körper und entwickeln sich durch bewusste und unbewusste innerpsychische Prozesse laufend weiter. Psychiatrie und Psychotherapie beschäftigen sich demnach mit den Vorgängen auf der innerpsychischen, sozialen und biologischen Ebene.

Die verschiedenen Theorien und Modelle der Psychiatrie und Psychotherapie sind sowohl aus den Natur- als auch aus den Geisteswissenschaften hergeleitet und erfahren mit deren Entwicklung entsprechende Veränderungen.

Die Psychotherapie nimmt dabei eine besondere Stellung ein, da sie der Subjektivität und Komplexität des Menschen und seiner Psyche in besonderem Masse Rechnung trägt.

Behandlungsverfahren

Die psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungsverfahren umfassen das ärztliche Gespräch, die integrierte psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung (IPPB), die Psychotherapie im engeren Sinne (Psychotherapie i.e.S.), die Pharmakotherapie und andere biologische Verfahren sowie die Soziotherapie.

Die IPPB vereinigt psychotherapeutische, biologische und psychosoziale Betrachtungsweisen und Behandlungselemente. Für die Psychotherapie i.e.S. sind Methoden anerkannt, deren Wirksamkeit empirisch überprüft ist, d.h. Verfahren, die sich an psychoanalytischen, systemischen oder kognitiv-verhaltenstherapeutischen Modellen orientieren.

Berufsbild:

Psychiater behandeln psychische Krankheiten und stärken Menschen in ihrer seelischen Gesundheit. Auf Grund der Ressourcen ihrer Patienten und Kenntnisse der Behandlungs- und Betreuungsangebote erstellen sie einen Behandlungsplan.

Ihr bio-psycho-sozialer Ansatz ermöglicht ihnen psychisch kranke Menschen umfassend psychiatrisch-psychotherapeutisch zu behandeln. In der interdisziplinären Versorgung übernehmen sie Behandlungsverantwortung und unterstützen bei Bedarf ihre Patienten im Umgang mit Behörden, Versicherungen und psychosozialen Einrichtungen.

Das in der Psychiatrie besonders wichtige Arztgeheimnis wird dabei konsequent geschützt. Psychiater zeigen im Umgang mit ethischen Fragestellungen eine hohe Sensibilität.

Die Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie dauert 6 Jahre.

Quelle Text: Text gemäss Weiterbildungsprogramm Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie vom 1. Juli 2009, SIWF/ISFM (Revision 2016)